Die kleinen Dinge (der Canon EOS 40D)

Auf die kleinen Dinge kommt es an. Womit wird für die neue Kamera geworben? 10 Megapixel? Automatische Sensorreinigung? 3-Zoll Display? Alles langweilig. Ich schreibe hier, was eine wirkliche Verbesserung gegenüber der 20D ist.

Canon EOS 40D Typenschild

Die kleinen Verbesserungen, die ich super finde

  1. Lautstärke
    Die 40er ist erstaunlich viel leiser als die 20D. Der Spiegelschlag war doch immer etwas störend an der „alten“ Kamera. Die 40er ist zwar nicht so flüsterleise, wie die gute alte EOS5, aber es geht wieder in eine gute Richtung. Die EOS 20D macht für mich ein metallisches lautes „KLACK“. Die 40D würde ich eher als einen leisen Schreibmaschinen-Anschlag beschreiben.
  2. Knackigerer Multicontroller
    Der Multicontroller kann schon bei der 20D zum Wählen des AF-Punktes verwendet werden. Allerdings waren die diagonalen Positionen quasi unmöglich zu erreichen. Bei meinem Body benötigte ich manchmal zehn Anläufe, bis ich einen der diagonalen AF-Punkte hatte. (daher habe ich fast nur mit den 5 Hauptrichtungen gearbeitet). Bei der EOS 40D ist auf Anhieb der richtige Punkt gewählt!
  3. Geneigtes Display
    Das Status-Display (auf der Kamera) der 20D ist ziemlich genau waagrecht. Das der 40er ist gaaaanz leicht (vielleicht 5°) zum Benutzer geneigt.
  4. Kamera Benutzereinstellungen
    Das wird sicher praktisch – ein Subset von Einstellungen definieren und sofort abrufbar haben. Super wäre natürlich, wenn man auch den Namen speichern könnte, und dieser entsprechend in den Metadaten der Datei auftauchen würde.
    Canon EOS 40D Custom Function on Main Dial
  5. Größerer Sucher
    Bei größer reden wir hier von kaum spürbar größer. Trotzdem: Größer ist ein Vorteil.
  6. ISO-Anzeige und Auto-ISO
    Man kann auch in den Kreativ-Programmen Auto-ISO einstellen. Damit wird die ISO-Anzeige auf dem Status-Display nötig. Im Sucher hätte ich es nicht unbedingt gebraucht, aber auch hier ist es vorhanden.
  7. Blitz-Steuerung über die Kamera
    Leider fehlt mir hierfür noch der passende Blitz – vielleicht kommt der aber noch.
  8. Bilder überspringen
    In der Ansicht konnte die 20er nur zehn Bilder vorwärts oder rückwärts springen. Die EOS 40D kann 1 Bild, 10 Bilder, 100 Bilder oder nach Datum springen. Außerdem gibt es die Option „Bildschirm“ deren Bedeutung sich mir noch nicht erschlossen hat.
  9. Geschwindigkeit
    Obwohl schon die 20er hier klasse war ist die Geschwindigkeit beim anschauen der Bilder beachtlich. Die 6,5 Bilder anstelle der 5 Bilder beim Aufnehmen sind zwar auch nett, aber für mich nicht das große Feature.
  10. Haptik
    Einige Kleinigkeiten am Gehäuse wurden geändert. Fast alle Knöpfe (ausgenommen: Set-Taste) auf der Rückseite der 40D haben einen extrem kurzen Weg. Die Knöpfe auf der Rückseite der 20D hatten ca. einen Weg von zwei Millimeter und einen sehr weichen Druckpunkt.
    Die Kamera liegt ähnlich gut in der Hand wie die ältere Schwester. Eine etwas tiefer ausgeschnittene Mulde unter dem Auslöser macht sie noch etwas gefälliger.
    Canon EOS 40D Handgriff Vergleich mit EOS 20D
  11. Kartenfach
    Ich habe es nicht getestet, aber es heißt es würde nicht mehr den Speichervorgang unterbrechen1 , wenn man die Klappe öffnet. Außerdem ist es weather-sealed. Das bedeutet, dass ein kleines Moosgummi-ähnliches Teil an der Kante ist. Ob das wirklich eine Verbesserung zur 20D ist wage ich zu bezweifeln.
  12. Akku-Anzeige
    Oft diskutiert, dass beispielsweise bei Nikon die Akku-Zustandsanzeige mehrfach eingeteilt ist. Bei Canon ist sie nach wie vor nur in zwei Teile geteilt. Sie hat nun aber einen Zustand mehr: Neben voll und halb gibt es noch halb (blinkend) und natürlich leer (blinkend). Damit ist noch etwas besser zu schätzen, wie viele Bilder man noch aus dem Akku bekommt.

Wo ich noch skeptisch bin

Canon EOS 40D Statusdisplay und Bedienelemente im Vergleich mit Canon EOS 20D
Die Aufteilung der Einstellungstasten (siehe Bild) für ISO, Blitzbelichtungskorrekur etc wurde verändert. Ich hoffe, dass ich nicht zu oft durcheinander komme, wenn ich durch den Sucher schauend meinen ISO-Wert verdrehen will. Immerhin wird der ISO-Wert beim verändern auch im Sucher angezeigt.

Rückseiten der Canon EOS 40D und Canon EOS 20D
Ob ich den AF-On Button benutzen werde weiß ich noch nicht. Auch die Möglichkeiten ihn umzubelegen passen für mich nicht wirklich. Auch die Direkt-Printtaste hätte ich nicht gebraucht. Zusammen mit der Picture-Style-Taste (die ich mir als praktisch vorstellen kann) sind es also drei Tasten mehr auf der Rückseite.

Die kleinen Neutralitäten

Ich freue mich, dass das Zubehör (in meinem Fall: Akku) der 20D weiterhin passen. Auch wird nun die Anschaffung von einem Fernauslöser wahrscheinlicher. Da ich ein EF-S-Objektiv habe bin ich auch glücklich mit dem APS-C-Sensor. Vollformat wäre zwar möglicherweise nett aber eigentlich habe ich mich nie2 eingeschränkt gefühlt.

Die neun Kreuz-AF-Sensoren sind sicher ein Plus. Ich hatte bisher noch keine Situation in der ich sie hätte testen können. Die paar Fotos, die ich machte sind sicher noch nicht ausreichend um ein Urteil zu bilden.

Canon EOS 40D von oben im Vergleich mit EOS 20D

Die Kamera sieht von oben betrachtet wesentlich bulliger aus als die 20er. Außerdem ist der Blitzschuh nun silber.

Super finde ich, dass der Umhängegurt gleich geblieben ist. Den fand ich schon immer sehr schön.

Bilder folgen in den kommenden Tagen.

  1. Ist mir zwar nie passiert, aber auf jeden Fall ist es besser so. []
  2. Mehr Suchergröße wäre aber nett []

3 Gedanken zu „Die kleinen Dinge (der Canon EOS 40D)“

  1. Prima Bericht! Freut mich, dass mal jemand mit der richtigen Einstellung an die Sache ran geht!!!
    Aussagen wie „darüber kann ich mir derzeit noch kein Urteil erlauben, weil ich einfach noch keine ausreichenden Erfahrungen gesammelt habe“ zeugen von großer Seriösität – kompliment!
    Ich selbst bin seit einer Woche von der 20D auf die 40er umgestiegen – und stimme dem Author in (fast) allen Punkten zu.
    –> Der Blitzschuh ist jetzt „Metall“ (verchromt), da bei der 20D die „Lackierung“ bei öfterer Verwendung eines externen Blitzes (ich besitze den 580er/I) abgeschabt wurde und dann an den Kontaktstellen das blanke Metall zum Vorschein kommt… nicht sehr ansehnlich –> besser jetzt!
    –> Die neuen Kreuzsensoren sind nach meinem Dafürhalten eines der wesentlichsten Verbesserungen – kombiniert mit einem insgesamt schnelleren und akkuraterem AF-Verhalten – merkt man am besten, wenn man mal mit Servo-AF eine Reihe schiesst –> deutlich mehr Schärfetreffer (bei identischem Objektiv natürlich).

    Ich schau mal, was sich mit den ‚Picture Styles‘ anfangen lässt (fotografiere aber eh fast nur RAW…)…

    Viele Grüße

    Roland

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